Zunächst einmal steht man vor der Entscheidung, um welche Art von Cocktail es sich denn handeln soll. Da gibt es Hot Drinks und Longdrinks, klassische Cocktails, Exotik Drinks und Sektcocktails und man selbst glaubt allein mit den Namen überfordert genug zu sein, als sich nun auch noch der Auswahl zu widmen. Einfacher scheint die Kategorisierung nach dem Geschmack zu sein. Aber wo liegt der Unterschied zwischen "ziemlich süß" und "sehr süß"? Wie kann ein Cocktail funky oder interessant schmecken? Aber es gibt ja noch die Kategorisierung der Drinks nach der persönlichen Laune. Ist man in glücklicher, erotischer, ängstlicher, romantischer oder doch eher traurigen Fassung? Im Übrigen irritiert etwas die Stimmung "krank", weil man ja eigentlich auf Alkoholgetränke bei Krankheit verzichten sollte.
Wer sich auf der Suche nach Cocktailrezepten im Internet plötzlich auf Geldanlage-Vergleich.net wiederfindet, braucht sich nicht zu wundern – bei dem riesigen Spektrum an diversen Mischgetränken, schleichen sich auch einmal Kreationsnamen ein, die mit dem bisherigen Verständnis von Longdrinks scheinbar nichts mehr zutun haben. Eine ausgewählte Sammlung von Cocktailrezepten scheint angebracht, scheint aber genauso utopisch, wenn man sich einmal auf die Suche macht und sich mit fünfstelligen Auswahlmöglichkeiten konfrontiert sieht, die das Internet innerhalb weniger Sekundenbruchteile bietet.
Nachdem das Internet also überfordert, scheint ein Sammelwerk im klassischen Buchformat angebracht. Cocktailrezepte aus dem alten Wälzer müssen ja nicht zwangsläufig auch so alt schmecken. Doch die dreistellige Seitenzahl scheint die Auswahl nicht zu erleichtern. Eine übersichtliche Sammlung ist nicht zu finden, aber immerhin: Die Bilder auf den Seiten geben ja bereits eine vage Vorstellung von dem, was man später die Kehle hinunterspült.